Donnerstag, 10. Mai 2012

Austerität und Gespenster der Zeiten

Derzeit geistert der Begriff der Austerität durch viele Medien und Debatten. Das Wort klingt auch etwas nach 19. Jahrhundert. Für die einen nach Solidität und Sparsamkeit, für die anderen nach Entbehrung und sinnlosem Verzicht.

Realpolitisch bzw. auf der praktischen Ebene darf man “Austerität” - zumindest in der heutigen politischen und volkswirtschaftlichen Struktur - nicht wörtlich nehmen. Es ist mehr ein Schreckgespenst und eine - derzeit rein theoretische - Konstruktion, auf die positiv oder negativ verwiesen werden kann. In der Praxis ist keine Austerität in diesem ursprünglichen bzw. konkreten Sinne (als massive allgemeine bzw. Netto-Ausgabenkürzungen etc.) zu beobachten. Austerität ist derzeit eher ein “state of mind” – und eben ein derzeitiges negatives wie positiv assoziiertes Modewort. ;-)

http://mercatus.org/publication/fiscal-austerity-europe-doesnt-mean-large-spending-cuts

Sonntag, 6. Mai 2012

La scène des acteurs: Adieu Sarkozy, bienvenu Hollande

Après des élections, pour quelque jours, un Grande Bouffe se déroule. Pour le 'gagnants', et peut-être pour les 'perdants' aussi. Après ça, la vie quotidienne retourne. Mais nous vivons (dans) des temps de changement de la structure de base de la société (relativement profond). Peu importe qui assume le rôle de président, il sera intéressant comme les structures et les substructures de la société vont se changer dans les prochaines années.

Dienstag, 10. April 2012

"Ohne CO2"* - K.O. für die Wirtschaft?

Vielleicht - zumindest würde ohne CO2 , wie ohne Schulden, die Wirtschaft in der heutigen Form sich verändern. Sowohl was die Mengen und Breite der Produkte und Dienstleistungen angeht [Quantität], als auch die Art der Angebote und die Struktur der Wirtschaft [qualitativ]. Aber dafür blüht derzeit zumindest eine neue Religion (in) der westlichen „Post“-Konsum-Gesellschaft.
Daraus müsste ein neues Geschäftsmodell gemacht werden - auf breiter Basis, nicht nur für subventionierte ökoreligiös anerkannte Stromverkäufer. Die Trias aus Wirtschaft, Sozialem und Kultur sollte beachtet werden. Ein um Ausgewogenheit bemühter Staat kann (auf Dauer) und sollte (normativ) nicht nur ökonomistisch und/oder ersatzreligiös bestimmte Gruppen bevorzugen. Man kann es leider polemisch zuspitzen: Es sind (geschichtlich-sozialstrukturell) meist (übertrieben unsicherheits-ängstliche und orientierungssuchende) Teile der Mittelschicht, die die wirtschaftliche Basis ihres Wohlstandes vergessen und auf der Sinnsuche in postmoderner Zeit ihr "Heil" in wellenartigen Bewegungen suchen. Veränderungen sind immer aus holistischer Perspektive ambivalent. „Aufstände“ bzw. Bewegungen sind aber in Umbruchzeiten leider oft einseitig und unausgewogen. Diejenigen der Mittelschicht sind nicht schlechter oder besser, aber sie sind (in Ländern mit großer Mittelschicht) breiter wirksam (bzw. repräsentieren eine breitere Veränderung), wegen der Quantität der Mitte und der (technisch-strukturellen, nicht normativ unhinterfragbaren) Wichtigkeit ihrer strukturellen Rolle.
„Prekariat“ und Vermögens-„Oberschicht“ haben hingegen oftmals einen teils entspannteren, teils illusionsloseren Blick auf die Gesellschaft.* Aber diese zwei Ränder-Gruppen (im nichtnormativ gemeinten technisch-sozialstrukturellen Sinn) führen auch nicht die strukturelle Rolle aus, die Gesellschaft "zusammenhalten" zu müssen. Die Konstruktion und hauptsächliche Repräsentation (als die praktische Ausführung und Personifizierung) von Religion (derzeit: “Öko“-Abstraktions-Religion) als Sinnstiftung und Ökonomie (als Grundlage) ist in Deutschland die “Aufgabe“ der Mittelschicht(en).


___
* “Ohne CO2“ hieße: Nur noch (idealisiert formuliert) mit "nicht-anthropogenem" CO2. Wenn dem Wald – nicht als deutsche Projektionslandschaft, sondern einfach als Mensch – langweilig wäre, würde er vielleicht sagen: „Ohne CO2 läuft nichts“.

Donnerstag, 22. März 2012

Geburtenrückgang: Sicherheitspolitisch

In vielen Regionen der Welt sind die Geburtenzahlen in den letzten Jahrzehnten gesunken. Vielerorts pendeln sie sich derzeit auf stabilem, zurückhaltenden Niveau ein.

Auch aus dem Iran werden für die letzten Jahre deutlich gesunkene Geburtenzahlen gemeldet.

Der Iran vollzieht eventuell derzeit eine Entwicklung hin zur 'Spätmoderne' nach. Wie allgemein diese Richtung in der strukturellen Entwicklung durchschlägt und weitergeht ist nach meinem Kenntnisstand noch offen. Aber ein wichtiges allgemeines Merkmal der Spätmoderne scheint sich (anhand der angegebenen Zahlen) derzeit auch im Iran zu vollziehen: Die 'Kinder-Zurückhaltung'.

Sicherheitspolitisch: Vielleicht sind sich die machtpolitischen Akteure im Iran bewusst, dass die Demographie die konventionelle Kriegsfähigkeit des Landes stark reduzieren wird: Der Iran wird mit geringerm sozialstrukturellen Druck/Dynamik friedlicher und zurückhaltender werden. Zum Ausgleich stellen sich manche im Iran vielleicht vor, dass Atomwaffen ein Ersatz (für den potenziellen Missbrauch der jungen Bevölkerung als Kriegsmaschine) und Garant für eine Großmachtstellung (in der Region oder weltpolitisch) sein können. Man kann hoffen, dass der Iran sich auch politisch und rechtsstaatlich (zumindest) spätmodernisiert bevor Atomwaffen oder sonstige Massentötungswaffen allgemein vorhanden sind.

Dienstag, 28. Februar 2012

Internationalismus als politisches Phänomen

Der Internationalismus* ist nicht ur-liberal. Er ist durch verschiedene theoretische Elemente und praktische Einflüsse geprägt. Darunter sind u.a. gewisse Charakteristika der liberalen Theorie und von anderen Theorien, die auf eine (theoretisch vorgestellte oder praktisch vorhandene) internationale Ebene Bezug nehmen. Der 20. Jahrhundert-Internationalismus als damaliges Ideal beinhaltete etwas von den alten internationalen Ideen von Kant, Grotius und anderen Ordnungs-Theorien, war aber theoretisch und praktisch auch im 20. Jahrhundert angesiedelt. Heute hat er teilweise neue Erscheinungsformen. Von manchen wird diese Veränderung als Anpassung des Internationalismus bei Beibehaltung der Grundrichtung interpretiert. Andere sehen das, was man den heutigen Internationalismus nennen könnte (Multilateralismus, multi- und transnationale Organisationen, u.a.) als neues, grundlegend anderes Phänomen, welches sich grundlegend von der internationalistischen Vorstellung unterscheide.

In der Theorie werden verschiedene Formen des Internationalismus schon seit ihrer Entstehung kritisiert, teilweise mit guten idealistischen oder realistischen Argumenten. In der Praxis ist er oft weit von seinen eigenen Idealen und auch von liberalen und anderen Idealen entfernt. Ob man das eher als "notwendigen", weil nicht besser zu bekommenden Realtypus versteht, oder als falsche Richtung und verbesserungsfähig, ist eine Frage der theoretisch und praktisch fundierten Interpretation und Argumenten.

Von eher akteurzentrierten „Verschwörungs-Theorien“ wird der Internationalismus als Ganzes oder in der heutigen multi- und transnationalen Form kritisiert. Der Internationalismus (grundsätzlich oder seine neuere Entwicklung) wird dabei u.a. als „Globalismus“ bezeichnet. Globalismus wird u.a. verstanden als der Versuch bestimmter politischer und wirtschaftlicher Eliten, eine Art oligarchischer Herrschaft auf die internationale Ebene und auf möglichst viele Regionen und Länder auszuweiten.

Der Internationalismus damals wie heute wird also unterschiedlich sachlich interpretiert und ethisch bewertet: U.a.
- als begrüßenswertes Ideal,
- als eher gute, nicht vorhandene, Utopie oder
- als abschreckende dystopische Vorstellung mit der Gefahr einer autoritären Weltregierung,
- als pragmatischer Versuch einer internationalen Ordnung
- als Versuch bestimmter Eliten ihre Positionen von nationalen Legitimationsprozessen (Wahlen, rechtsstaatlicher Verantwortung, u.a.) abzukoppeln,
- als Ausdruck der heutigen strukturellen Entwicklung der internationalen Verhältnisse und Beziehungen zwischen den Gesellschaften und ihrer Teilbereiche (wie Wirtschaft, Politik, Kultur) anhand von technischem Stand und kultureller Folgen, bzw. Wechselwirkungen: Internet, kommunikative Vernetzung (zumindest in der Breite), etc.


___
* Der Begriff des Internationalismus hier gemeint im Sinne der neueren internationalen und transnationalen politischen Idee im 20. Jahrhundert, seit Woodrow Wilson, mit dem Völkerbund, inter- und multinationalen Organisationen, etc.


P.S.: Einen interessanten, kritischen (auch gegenüber vielfach in klassisch-liberalen und libertaristischen Interpretationen der Welt etwas oberflächlich hingenommenen Annahmen) Text zum Thema Internationalismus im weiteren Sinne hat der Querdenker Joseph R. Stromberg formuliert: http://www.independent.org/publications/article.asp?id=2460. Stromberg kritisiert dabei den politischen und den wirtschaftlichen Internationalismus als teilweise zusammenhängender Ausdruck von Sonderinteressen und spricht sich gegen eine zu naive Vorstellung von Markt als frei von Herrschaft und Privilegien aus.

Montag, 20. Februar 2012

ELENA oder Ähnliches vorerst gestrichen

Rechtsstaatliche Exekutiv-Vermeldungen aus den Aktuelles-Nachrichten des LBV Baden-Württemberg Land:

17.01.2012
Das ELENA-Verfahren wurde eingestellt

Durch das Gesetz zur Änderung des Beherbergungsstatistikgesetzes und des Handelsstatistikgesetzes sowie zur Aufhebung von Vorschriften zum Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises vom 23.11.2011 (Bundesgesetzblatt S. 2298 vom 02.12.2011) wurde das ELENA-Verfahren eingestellt.

Die elektronische Meldepflicht für den Arbeitgeber ist entfallen und alle gespeicherten ELENA-Daten werden gelöscht.


Quelle für auszugsweises Zitat: http://www.lbv.bwl.de/aktuelles/

Donnerstag, 16. Februar 2012

USA Präsidentschaftswahlkampf 2012

Die Mischung der derzeit übriggebliebenen vier Kandidaten der Republikaner ist nett und/aber - im Vergleich zum dynamischen 2010-er Kongress-Spektakulum - wieder relativ ruhig.

- Rick, der sozialkonservative betont-christizistische Kandidat. Er wirkt etwas verbissen, aber gleichzeitig wie ein bemühter Schwiegersohn für Schwiegereltern, die Mitt Romney nicht kriegen konnten - oder denen er zu Wischi-Waschi ist.
- Newt, der Schwerenöter, der versucht seriös zu wirken. Vertritt eine Variation des Neo-Konservatismus. Haut immer wieder drauf, was manchmal klappt und manchmal nicht (wie gegen Mitt Romney). Ist (ansonsten) aber sozialisierter Politprofi.
- Matt, der Moderate. Der Nette, der inhaltlich kein "klares Profil" hat und daher allgemeintauglich präsidentiabel sein könnte. Hat den Charming-Wahlkampf kultiviert.
- Ron, der Rebell. Er bringt als einziger außenpolitischer Non-Interventionist ein wenig Abwechslung in einige Themenbereiche. Er vertritt libertarische und altkonservative Interpretationen und Ideale. Bereits im Wahlkampf 2008 wurde er als für die heutige GOP ungewöhnlicher Kandidat bekannt und ist inzwischen für seine konsequente Haltung und politische Praxis als langjähriger Abgeordneter anerkannt. Er passt zur Rolle eines mahnenden, aber freundlichen älteren Stammesmitglieds.

Insgesamt ein ruhiger, teils langweiliger Wahlkampf bis jetzt. Man giftet sich zwar manchmal etwas an, aber dann ist man sich doch oft wieder einig und macht sein Ding. Ron Paul hat die Rolle des Außenseiters, aber man hat ihn als solchen als Teil der Show akzeptiert. Newt macht weiter auf sich aufmerksam und gibt sich übermäßig (um sein teilweises Image auszugleichen) seriös. Rick gibt die gesellschafts-konservativen Alternative, gemischt mit compassionate conservatism. Und alle sind irgendwie einig, dass Obama es schlechter macht als sie es machen würden. Warum scheinen aber derzeit weder Obama noch die republikanischen Kandidaten so recht zu wissen.

Freitag, 27. Januar 2012

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Jean Ziegler und Klaus Schwab - Spätmoderne Gesellschaft als Grundstruktur mit einer Sozialen Nische für viele

Jean Ziegler "macht" bzw. erhielt aus (nicht nur, aber) viel heißer Luft seinen Ruf und sein soziales Ansehen (das wichtigste für den Menschen als homo sociologicus modernus). Organisationsunternehmer "machen" bzw. erhalten durch geschickte Darstellung und erfolgreiche soziale Konstruktion einen guten Ruf in der Organisation von Treffen und Kommunikation der Wirtschaft etc. Schwab organisiert gerne Unternehmer und Politiker. Ziegler gerne Protest-Fühlende und Politiker. Schwab ist in der Branche der Wirtschafts-Organisationshelfer, Ziegler in der Branche "kritische Intellektuelle" und Formulierung von mehr oder weniger fundierter Kritik. Beide haben ihre soziale Nische gefunden und das kann man Ihnen gönnen. Sie sind beide nicht so böse wie manche Ideologieanhänger meinen oder so "einflussreich" wie akteurzentrierte Theorien postulieren.

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